Dienstag, 15. Mai 2007
Liebes Tagebuch, heute möchte ich dir etwas über unsere Station in Stralsund erzählen (… so hat Uli grad angefangen, aber jetzt zu nem anständigen Eintrag ;-) Sieben Uhr, der Wecker klingelt… mir stößt noch der Geschmack vom Döner am letzten Abend auf… Scheiße, das ist erst 2 Stunden her… Egal, ich quäle mich langsam von meiner Isomatte hoch. Super, unser Gastgeber hat uns einen Kaffee gemacht – überlebenswichtig! Draußen regnets! Toller Tagesanfang… wird das heute noch was mit unserem OpenAir Auftritt?? Nach einem kurzen Nickerchen im Bus geht auch schon der erste Sprint los. Und nur wenige Stunden später ist das unglaubliche geschehen: Als erste Frau in der neunundzwanzigjährigen Vereinsgeschichte des Allmand Chaoten Orchesters wird Heike als offizielle Anführerin in der Biergesamtwertung registriert. (Hierfür musste extra der bis dahin unbekannte Begriff der Bier-LeaderIN eingeführt werden) Doch da der Hochmut stets der Vorreiter des Falles ist, währt auch Heikes Stolz nicht lange. Genau genommen nicht einmal bis zum nächsten Autobahn-WC. Um Schlimmeres zu verhindern entscheidet der Schiedsrichter, dass Heike entgegen allen Konventionen das bis dahin ungetastete Busklo entjungfern darf. Allerdings hat sie sich somit natürlich für den Rest des Tages disqualifiziert. Ob sie bei dem anstehenden live-Auftritt -falls dieser überhaupt noch stattfinden sollte - spielfähig sein wird? Zu Mittag gibt’s klassisch selbstbelegbare Sandwichs mit Pombären an einer Autobahnraststätte die höchstens zehn unserer 382 Plastikpfandflaschen abnehmen will. – Ein schwaches Angebot, auf das ACO sich natürlich nicht einlässt. Beim zeitgleichen Volleyballspiel kam es übrigens erneut zu schweren Verletzungen bei Heike durch den rücksichtslosen Joachim. Der Rest der Fahrt verläuft ereignislos und somit ohne erwähnenswerte Vorkommnisse. Und dank verbesserter Wetterverhältnisse kann das fragwürdige Straßenkonzert in der Fußgängerzone von Stralsund am Streler Sund doch noch stattfinden. Die Stralsunder halten mit ihrer Großzügigkeit auch nicht hinter den Berg und schon bevor das erste Stück zu ende gespielt ist, klingeln die Groschen in unser Trompetenköfferchen. So rollt der Rubel für ca. zwei Stunden, während sich die Allmand-Chaoten tapfer durch stürmische Windverhältnisse spielen. Am Ende sind auch alle ACO-CDs restlos ausverkauft und der Auftritt wird daher trotz kleinerer Pöbelein von Kleinkindern gegen die Posaunen als finanzieller Durchbruch für das Allmand-Chaoten-Orchester gewertet und wir gehen zufrieden nach Hause. Dort werden schnell ein paar Spätzle mit Linsen verdrückt, denn um 21:00 Uhr möchte uns der Nachtwächter No. 4 von Stralsund noch ein paar „Diebe, Mörder und Huren“ vorstellen. Während seiner Stadtführung durch das UNESCO-Weltkulturerbe Stralsund/Wismar bringt uns Nachtwächter No. 4 durch die Unnütze Straße, an der ältesten Hafenkneipe auf dem europäischen Festland (offiziell nicht bestätigt) vorbei, direkt in die Arschkerbe. In der vermeintlichen Studentenkneipe „Campus“ kosten wir mal ein „Stralsunder“ bevor wir`s richtig krachen lassen, denn um 00:00 Uhr ist es endlich soweit für Hannes, der in diesem denkwürdigen Augenblick sein 27. Lebensjahr betritt. Der bereits eintretende körperliche Verfall wird ihm jedoch erst am darauf folgenden Tag auf schmerzhafte Art und Weise bewusst werden... Die Rhythmiker
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