Entdecke die Möglichkeiten Nach kurzweiliger Hinfahrt nach Braunschweig und eher langweiliger Warterei bis zum Auftritt folgt ein interessanter Gig im IKEA und anschließender Sause bis zum Abwinken im Verbindungshaus mit Aka Blas. Dokumentiert von den Posaunen. Der Tag beginnt in ungewohnter Atmosphäre, als wir tatsächlich in einem Bett privat aufwachen. Die Erinnerung kommt sehr schnell, dass wir uns ja trennten und einzeln bei Leuten von Blaswerk für die Nacht unterkamen. Stilgerecht (oder auch nicht) beginnen wir doch glatt mit einer Dusche. Do hao i doch glatt mei Duschsach liegelasse. Bemerkenswert ist das Wiedereinsteigen in den geruchsintensiven Overall nach dem Duschen... Darauf folgt ein richtig gemütliches Frühstück mit Anita und Ulrike. Da Anita eigentlich um halb neun bei der Arbeit sein wollte, sind wir doch recht zeitig dran. Durch unsere gemütliche Unterhaltung allerdings wird aus dem Zeitplan nichts. Im Auto heißt's dann plötzlich: "Ach ja, dann kommen wir halt etwas später." Als wir am Kulturbundhaus ankommen, ist immer noch alles verschlossen und noch niemand da. Auch um neun sind wir gerade mal zu viert, was aber auf einer ACO-Tour nicht unbedingt beunruhigen muss. Um viertel nach neun rappelt es dann, die Tür geht auf, Instrumente und Gepäck müssen raus. Dann hat ACO mal wieder die Gelegenheit, richtig aufzufallen (denn nicht auffallen ist ja wie nicht da gewesen). Als der Bus kommt, muss er in der zweiten Reihe parken, was sehr schnell die Straße in beiden Richtungen versperrt, wodurch noch eine viel größere Anzahl an Leipzigern an unserer Anwesenheit Anteil nehmen darf. Die Autofahrer nehmen's erstaunlich gelassen.  Dann fahren wir los, quer durch Leipzig. Es fällt auf, dass die Stadt von Jahr zu Jahr sich mehr herausputzt und immer schöner wird. Außerhalb Leipzig wird's zunächst recht ruhig, alles ratzt nach dem turbulenten letzten Abend...  Bei der Pinkelpause muss eigentlich keiner, aber es ist erstaunlich viel los. Attraktion ist der feuerrote Fiat-Oldtimer mit der Ramazotti-Werbung auf dem Autotransporter mit ansonsten lauter neuen BMW-Limousinen. Nach der Weiterfahrt kommt komische Unterhaltung durch eine sehr ruhige Stimme aus dem Lautsprecher im Bus: "Pankser, ich begrüße sie. Es dreht sich um folgendem..."  Schon kurz nach 13 Uhr sind wir in Braunschweig auf dem IKEA-Parkplatz - drei Stunden zu früh. Was tun? Wir entdecken gegenüber einen Burger King. Entgegen aller Tourtraditionen fallen kurzerhand 16 Chaoten in den Laden ein, zum Leidwesen der Angestellten. Die haben mit so einem Ansturm zur Mittagszeit wohl nicht gerechnet. Die für einen solchen Laden auffallende "Null-Bock-auf-Arbeit"-Einstellung schlägt sich eklatant auf unsere Wartezeit nieder. Aber wir haben ja viiiel Zeit. Blöderweise fängt es an zu regnen. Gut für Heuschnupfen, aber schlecht für sinnvollen und aktiven Zeitvertreib. Egal, irgendwie kann jeder die Zeit überbrücken. Um 16 Uhr stellt sich heraus, wie praktisch es sein kann, in einem Möbelhaus aufzutreten. Unser Geraffel transportieren wir auf Einkaufswagen und entwickeln durch die Hin-und-Herfahrerei doch eine Mordsgaudi. Wir spielen dann im Eingangsbereich zum Erstaunen der meisten hereinströmenden Kunden. Aka Blas ist recht kräftig vertreten, und sie gehen gut mit, was dann auch andere Kunden veranlasst, eine Weile stehenzubleiben und unseren nicht überhörbaren Klängen zu lauschen. Das Beschwören von Alex, doch nicht zuuu laut zu spielen in diesem harten Raum, wird durchaus gehört, allerdings nur sehr begrenzt befolgt. Das treibt aber den Spaßfaktor ungemein nach oben, vor allem im schon höher(stehend)en Blech. Nach dem Auftritt lerne ich unter den Zuhörern Jutta (?) aus Leipzig kennen, eine Elektrotechnikerin, die man mit sattem Schwäbisch beeindrucken kann - erstaunlich aber wahr. Sie erhält ein paar lustige Anekdoten und unser ACO-Kärtchen. Danach gibt's oben im Restaurant Abendessen. Man darf tatsächlich raussuchen, was man will. Mich sprechen sofort die Köttbollar an, schon allein deshalb, weil ich mir die Frage nicht verkneifen kann, was das denn auf deutsch heißt. Auf die Auskunft, dass das Fleichklößchen wären, entfährt es mir kurzerhand, dass ich buchstäblich die Ähnlichkeit zu Kotbollen doch verblüffend finde, was der Verkäuferin die Kinnlade etwas nach unten versetzt. Aber die Kotbollen schmecken dann doch sehr gut. Nach dem gemütlichen Abendessen mit Freibier fahren wir dann ins Verbindungshaus zu unserer Gastgeberin Angela und weiterem Freibier, wo wir dann noch bis halb vier feiern, jammen, trinken und albern sollen. Aber dazu der Reihe nach. Aka Blas empfängt uns bereits mit einer großen Anzahl an Aktiven. Es entwickeln sich sehr schnell unterhaltsame Gespräche untereinander mit sehr vielen Leuten. Aka Blas fährt auch wieder nach Schweden zum Festival, allerdings mit ebenfalls stark reduzierter Truppe von etwa 25 Leuten. Wir erfahren, dass sie normalerweise etwa 70 Musiker haben. Sie bedauern sehr, dass unsere Schpätzle nicht dabei sind, da uns doch etwas ganz wesentliches fehlen würde. In der Tat können wir mit 16 Leuten nicht mal mehr jemanden abstellen zum Show machen, da wir jeden Musiker zum Spielen brauchen. Aka Blas hat Leute, die schon seit 30 Jahren aktiv mitspielen. Das gibt es bei ACO nicht. Es wäre schon ein Glücksfall, wenn man genau da arbeiten könne, wo man davor studiert hat. Solche und andere recht tiefsinnigen Gespräche wechseln sich ab mit albernen Gags und Sprüchen, so dass es sehr schnell später wird.  Die Jamgruppe spielt, mal in größerer, mal in kleinerer Besetzung. Von den Braunschweigern spielt kaum jemand mit. Ich kann einen von ihnen dazu bewegen, Tuba zu spielen, wenn wir Dixie spielen würden. Bis wir allerdings zu den Dixies kommen, ist er nicht mehr da. Als die ersten dann abliegen wollen, verlagert sich die kleiner gewordene Gruppe um die Bar und um unsere Gastgeberin Angela, die wacker aushält und geduldig Bier um Bier serviert. Als gegen drei Uhr dann Schnäpse folgen, löst sich der Haufen allerdings rasch auf und wir gehen in die Schlafsäcke, von einzelnen Kobolden mal abgesehen, die erst noch Restpotential an Scherzen ausspielen müssen, bis es dann wirklich ruhig wird. Morgen geht's nach Breitenfelde.
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