Blaswerktag Abfahrt, Fahrt, Ankunft, Spiel. Dokumentiert von den Saxophonen. Sanft geweckt von Düsenjets und Elektrogockel räkeln sich die ersten Chaoten in der Dusche, um sich den Schweiß des heißen ersten Maitages aus den Poren zu spülen. Oder sie gehören zu den glücklichen, die einen Platz weit vorne in der Warteschlange vor dem einzigen Klo und Waschbecken ergattern konnten. Spektakel gibt's schon beim Frühstück: Ein Sportangler trainiert auf dem Fußballfeld beeindruckenden Angelweitwurf. Da muss man schon aufpassen, dass die Wurst auf der Schnitte bleibt. Als wir abfahren wollen, sind leider nicht 10 Chaoten zur Stelle, um unsern Gastgeber und Urchaoten Christof zum Mitfahren zu bewegen. Sobald der letzte Chaot dem Klo entstiegen ist, geht's auch schon los. Nach mehreren Pinkelpausen machen wir endlich an einem trostlosen Rastplatz zu einer ausladenden Mittagspause Halt. Die Haut der Chaoten rötet sich, während sie auf die Kässpätzle warten, die sich schließlich als Linsenspätzle entpuppen. Als wir noch etwas Wasser zum Abspülen brauchen, kommt's knüppeldick. Ist das Leitungswasser hier tatsächlich so teuer, oder warum sollen wir dafür bezahlen? Ausgiebig gestärkt geht's jetzt ab nach Leiptzsch. Das Navigationssystem findet auf Anhieb das Kulturbundhaus in der richtigen Elsterstraße, wo wir von einigen Blaswerkerinnen und Blaswerkern empfangen werden. Das Ausladen, Aufbauen und der Soundcheck geht zügig über die Bühne, so dass wir bald gemütlich in der Abendsonne im Park mit den Blaswerkerinnen picknicken. Hannes wird vorsorglich im Liegen bis Oberkante Unterlippe betankt. Im Laufe des Abends füllt sich der Park zusehends mit dunklen Gestalten, bis wir Chaoten deutlich in der Minderzahl sind. An Stelle des Baritonsaxophons stellen wir andere schwere Geräte auf die Bühne. Blaswerk leiht uns für eine Stunde ihre Fans, die uns auch tüchtig anfeuern. Ordentlich aufgeheizt, und das nicht nur im übertragenen Sinne, überlassen wir den Lokalmatadoren das Schlachtfeld. Da die Bühne nun brechend voll wird, müssen auch unsere PA-Boxen weichen. Erst nach dem ersten Stück wird uns klar, dass man nun auch unser schnurloses Ansagemikro nicht mehr hört. Blaswerk hat aber sein eigenes Mikro dabei: Kurzerhand wird die Ansage ins Fagott gesprochen. War die Stimmung bis jetzt schon am Kochen, bringt Blaswerk den Kessel endgültig zum Überlaufen. Es wird getanzt und fanatisch applaudiert. Dreimal holen wir Blaswerk wieder auf die Bühne zurück. Danach saßen wir noch einige Stunden nicht ganz unlustig mit den Kollegen von Blaswerk zusammen. Den Heimweg erlebte jeder individuell (oder auch nicht)... Morgen gehts nach Braunschweig.
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